vom Zahlenwahnsinn zu Wahnsinnszahlen by die Zahlenflüsterin

vom Zahlenwahnsinn zu Wahnsinnszahlen by die Zahlenflüsterin

Transkript

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00:00:00: Stellen wir uns mal vor, du Unternehmerin überlegst du dir eine feste Unterstützung einzustellen.

00:00:09: Eine Yay!

00:00:10: Eine Mitarbeiterin hat die monatlichen Kosten berechnet.

00:00:17: der duschnittliche Umsatz liegt deutlich drüber und auf dem Konto ist genug Geld vorhanden.

00:00:27: Wie sieht das jetzt für dich aus?

00:00:30: Wie was für eine Entscheidung triffst du?

00:00:34: Ist die VA drin, also diese Unterstützung drin oder nicht?

00:00:40: Eigentlich sieht die Rechnung ja auf den ersten Blick gut aus.

00:00:45: Wenn ich aber auf dieselben Zahlen schaue interessiert mich zunächst etwas anderes.

00:00:53: Natürlich es ist wichtig dass das Geld da ist, dass der Betrag heute finanzierbar ist Aber... auch worauf diese Rechnung eigentlich basiert.

00:01:05: Also wie stabil sind die Einnahmen, welche Zahlungen stehen bereits fest?

00:01:10: Ist ein realistisches Gehalt für dich berücksichtigt und was genau soll sich durch diese Unterstützung finanziell verändern?

00:01:20: Die selben Zahlen können zwei unterschiedliche Geschichten erzählen.

00:01:26: Der durchschnittliche Monatsumsatz ist ein gutes Beispiel.

00:01:31: Durchschnitt kann sehr hilfreich sein, im Controlling-Welt arbeiten wir auch sehr oft mit solchen Annahmen.

00:01:39: Er kann aber auch Unterschiede verdecken wie für eine feste Ausgabe entscheidend sind.

00:01:46: Angenommen dein Jahresumsatz liegt bei hunderttausend und zwanzigtausende Euro.

00:01:52: Im Durchschnitt wären das zehn tausend Euro im Monat.

00:01:56: Klingt stabil!

00:01:58: Wenn aber zwei Monate jeweils fünfundzwanzigtausend Euro gebracht haben und die übrigen Monate deutlich darunter liegen, sieht die Situation anders aus.

00:02:08: Die Unterstützung musst du nämlich jeden Monat zahlen – nicht nur in den starken Monaten!

00:02:14: Deswegen schaue ich nicht nur auf dem Durchschnitt sondern auch auf die Verteilung.

00:02:20: Wir stark schwanken die Monate.

00:02:22: welche Umsätze waren Ausnahmen, gibt es saisonale Phasen?

00:02:26: sind die schwächeren Monate planbar oder kommen sie einfach so unerwartet.

00:02:33: Danach interessiert mich wie viel Umsatz wiederkehrend ist.

00:02:38: ein großes Projekt kann viel Geld auf das Konto bringen.

00:02:42: für eine dauerhafte Verpflichtung ist trotzdem wichtig ob im nächsten Monat wieder ähnliche Einnahmen erweitert werden können oder nicht.

00:02:51: Es macht einen Unterschied, ob ein Unternehmen mit laufenden Verträgen arbeitet oder ob jeder Auftrag neu gewonnen werden muss.

00:03:00: Beide Modelle können gut funktionieren – sie brauchen halt einen anderen Puffer!

00:03:07: Die nächste Frage betrifft nicht den Umsatz sondern den Gewinn.

00:03:13: Was bleibt nach allen Kosten übrig?

00:03:18: ist ein realistisches Gehalt für dich als Unternehmerin bereits berücksichtigt.

00:03:25: Du kennst meine Meinung dazu?

00:03:27: Gibt's genug Folgen, bitte hör sie dir gerne!

00:03:32: Weil gerade bei Solo-Selbstständigen entsteht schnell eine Rechnung die scheinbar genug Platz für neue Mitarbeiterinnen ist.

00:03:40: solange du als Unternehmerin wir selbst weiterhin nur das auszahlen was am Monatsende noch da ist dann wird die neue Ausgabe nicht aus einem vorhandenen Spielraum finanziert.

00:03:56: Sie wird indirekt über das eigene Gehalt bezahlt, also du zahlst dir nichts oder wenig aus damit du dir die Mitarbeiterin leisten kannst.

00:04:09: Auf dem Papier kann die Einstellung trotzdem machbar aussehen.

00:04:16: daher rechnen wir gehaltfixkostenrücklagen und den geplanten Puffer Gemeinsam.

00:04:24: Nicht als vier einzelne Punkte, sondern als Gesamtbedarf deines Businesses.

00:04:32: Danach kommt der Blick nach vorne!

00:04:35: Welche Zahlungen sind in den nächsten Monaten bereits absehbar?

00:04:40: Steuervorauszahlungen, jährliche Versicherungen, geplante Weiterbildungen vielleicht ein neues Gerät, ein schwächerer Sommermonat.

00:04:50: Vielleicht läuft ein größerer Vertrag aus oder ein Kunde ist absehbar, fällt weg.

00:04:59: Dein Konto stand von heute beantwortet diese Fragen ja nicht.

00:05:02: Er zeigt nur wie viel Geld heute auf dem Konto liegt.

00:05:06: Ein Teil davon ist bereits für andere Zahlungen vorgesehen auch wenn er noch nicht abgeflossen ist.

00:05:14: Dann schaue ich mir die geplante Unterstützung selbst an.

00:05:19: Was soll diese Person konkret übernehmen, welche Aufgaben fallen weg?

00:05:22: Wie viele Stunden werden dadurch tatsächlich frei und was ändert sich wirtschaftlich durch die freie Kapazität.

00:05:30: Eine Einstellung einer neuen Mitarbeiterin muss nicht in jedem Fall... sofort zusätzlichen Umsatz erzeugt.

00:05:40: Darüber haben wir vor letzte Woche schon mal gesprochen, sie kann auch sinnvoll sein weil die Unternehmerin wenig Arbeit zuverlässig liefern kann oder nicht mehr jede Aufgabe selbst im Kopf behalten muss.

00:05:54: Das sind alle legitime Gründe.

00:05:58: Sie sollten nur bewusst Teil der Entscheidung sein.

00:06:03: Wenn die Begründung lautet, dass durch die Unterstützung mehr Umsatz möglich wird, müssen wir trotzdem genauer hinschauen.

00:06:12: Welche Tätigkeit übernimmt die Unternehmerin also in dem Fall du stattdessen?

00:06:20: Gibt es bereits mehr Nachfrage als du bedienen kannst.

00:06:25: oder ist das bisher nur die Hoffnung, dass mit mehr Zeit automatisch mehr Umsatze entsteht?

00:06:33: Mehr freie Zeit allein bringt noch keine zusätzlichen Aufträge.

00:06:38: Dafür braucht es eine realistische Verwendung dieser Zeit.

00:06:44: Danach rechnen wir nicht nur einen Fall, sondern mehrere.

00:06:48: Wie sieht die Situation aus wenn da unser Zoo bleibt wie bisher?

00:06:53: Was passiert, wenn ein schwächeres Quartal oder ein schwächelmonat oder mehrere Monate kommen?

00:06:59: Wie lange reicht der vorhandene Puffer?

00:07:03: Ab welchen Punkt müsste gegengesteuert werden?

00:07:08: und was wäre die Konsequenz, wenn die Unterstützung nach einigen Monaten doch nicht passt?

00:07:15: Zumindest finanziell.

00:07:18: Das klingt vielleicht alles so nach sehr vielen Fragen, so kontrollermäßig.

00:07:23: Der Sinn ist aber nicht jede Entscheidung solange zu analysieren bis niemand mehr etwas wagt sondern die wichtigsten Annahmen sichtbar zu machen.

00:07:35: In unserem Beispiel hier, wenn du diese Unternehmerin bist die sich jetzt eine Unterstützung sucht könnten mehrere Ergebnisse herauskommen.

00:07:47: Vielleicht zeigt sich das die Einstellung sehr gut finanzierbar ist und schon längst hätte erfolgen müssen.

00:07:52: vielleicht ist eine kleinere Stundenzahl sinnvoller oder eine freie Arbeit mehr als eine feste Anstellung.

00:08:04: wartest du einfach nur drei Monate, damit du bis dahin gezielt genügend Puffer aufbauen kannst.

00:08:13: Es kann auch sein dass die Rechnung zeigt das die Unterstützung aktuell nur möglich wäre wenn sie selbst weiter also wenn du jetzt selbst weiter auf ein angemessenes Gehalt verzichtest Dann wäre die Entscheidung zwar technisch machbar, aber wirtschaftlich nicht so stabil wie sie zuerst wirkte.

00:08:39: Also was ich damit meine?

00:08:45: Es geht.

00:08:46: es geht nicht darum dass sich jetzt eine geheime Kennzahl kenne.

00:08:50: du könntest jede einzelne dieser Fragen grundsätzlich auch selbst stellen und beantworten.

00:08:59: Ich helfe dir dabei diese Zahlen mit der konkreten Entscheidung zu verbinden.

00:09:06: Also ich schaue nicht nur darauf, ob der Betrag heute auf dem Konto liegt – Ich prüfe wie verlässlich die Grundlage ist welche Annahmen dahinter stehen und wie sich die Entscheidung auf den nächsten Monate auswirkt.

00:09:20: Zwei Unternehmen können denselben Umsatz um denselbe Kontostand haben und trotzdem vollkommen unterschiedliche Möglichkeiten.

00:09:30: dass eine arbeitet mit wiederkehrenden Einnahmen und niedrigen Schwankungen, das andere lebt von einzelnen größeren Projekten.

00:09:37: Dass eine zahlt der Unternehmerin ein festes Gehalt und hat Rücklagen aufgebaut.

00:09:45: beim anderen wird das eigene Gehalt jeden Monat neu entschieden.

00:09:50: Die sichtbaren Zahlen sind ähnlich die finanzielle Situation dahinter aber nicht.

00:09:57: genau deshalb funktionieren allgemeine Regeln bei größeren Entscheidungen nur begrenzt.

00:10:03: Eine Aussage wie Personalkosten zum Beispiel sollten höchstens einen bestimmten Prozentsatz vom Umsatz ausmachen, kann unter Umständen ein erster Hinweis sein.

00:10:17: Sie ersetzt aber nicht die Betrachtung des konkreten Geschäftsmodells.

00:10:22: Wenn du selbst vor einer Einstellung einer größeren laufenden Ausgabe oder einer ähnlichen Entscheidungen stehst und wissen möchtest, wie belastbar deine Rechnung wirklich ist.

00:10:33: Können wir uns das genau in einer eins zu eins Begleitung anschauen?

00:10:40: Wenn du die letzte Folge gehört hast weißt du Bescheid.

00:10:43: für diesen Sommer habe ich drei Plätze geöffnet!

00:10:46: Die Buchung ist bis Ende Juli möglich.

00:10:49: der Stadt kann auch später im Sommer sein je nachdem wie dein Urlaub stattfindet.

00:10:56: Den Link zu meinem Kalender findest du in den Showloads.

00:11:00: Wenn Du möchtest, hören wir uns nächste Woche wieder!

00:11:02: Bis dahin, tschau-tschau.