00:00:00: Als Führungskraft im Konzern konnte man meinen Kalendern manchen Tagen noch lesen.
00:00:07: Ein Termin lag direkt neben dem Nächsten, dazwischen gab es kleine Lücken von fünfzehn oder dreißig Minuten die auf den ersten Blick fast wie freie Zeit zeigten.
00:00:19: in Möglichkeit reichten sie gerade dafür schnell eine E-Mail zu beantworten und eine Unterlage vielleicht für den nächsten Termin vorzubereiten oder kurz, wie mein Mann sagen würde eine Biopause zu machen.
00:00:36: Mein Sparrel begann der erste Termin morgens um acht und erletzte Ende um fünf oder sogar später.
00:00:44: an besonders guten Tagen gab es sogar einen Mittagspause zumindest auf dem Papier.
00:00:51: Ja ich war beschäftigt sehr beschäftigt sogar Und lange dachte ich genau so muss es sein.
00:01:01: Wer Verantwortung hat, hat viele Termine.
00:01:04: Wer gebraucht wird, wird ständig eingeladen und wenn der Kalender voll ist muss die eigene Arbeit wohl ja wichtig sein.
00:01:14: Zumindest war das die Geschichte, die ich mir damals erzählt habe.
00:01:19: Am Ende des Tages kam allerdings der Moment an dem ich meine eigentliche Arbeit machen musste Die Analyse für die ich huhe brauchte, die Berichte bei denen nicht jede zehn Minuten irgendwer angerufen hat.
00:01:35: Entscheidungen für die Ich erstmal Zahlen lesen, Zusammenhänge verstehen und verschiedene Möglichkeiten durchdenken musste.
00:01:44: Dafür war eben tagsüber kaum Zeit geblieben!
00:01:49: Also fing der zweite Arbeitstag am späten Nachtendag an.
00:01:54: Die Termine waren vorbei rundherum wurde langsam ruhiger und erst dann konnte ich mich auf die Dinge konzentrieren, für die ich eigentlich verantwortlich war.
00:02:05: Manchmal saß ich bis spätabends am Schreibtisch und dachte trotzdem, ich hätte den ganzen Tag nichts geschafft.
00:02:14: Das klingt jetzt rückblickend etwas absurd.
00:02:18: Ich hatte schließlich acht neun Stunden gearbeitet teilweise sogar länger Aber von einem Gespräch ins nächste gegangen hatte Fragen geantwortet, Entscheidungen vorbereitet oder Probleme gelöst.
00:02:32: Trotzdem blieb immer dieses Gefühl das die wirkliche Arbeit vor mir lag.
00:02:37: Heute weiß ich dass sich damals zwei Dinge miteinander verwechselt haben Aktivität und Fortschritt.
00:02:45: Aktivit war nämlich den ganzen Tag da!
00:02:49: Fortsschritt entstand häufig erst am Abend.
00:02:53: Das bedeutet nicht, dass alle Termine unnötig waren.
00:02:57: Viele Gespräche waren wichtig.
00:02:59: Manche Entscheidungen konnten nur gemeinsam getroffen werden.
00:03:02: als Führungskraft gehört ja Kommunikation zur Arbeit.
00:03:07: Die Menge war das Problem und wie soll ich sagen auch die Selbstverständlichkeit mit der jede freie Stelle im Kalender wieder gefüllt wurde.
00:03:18: Wenn irgendwo dreißig Minuten offen waren konnte dort offensichtlich noch ein Termin reingequetscht werden.
00:03:25: Dass sich in diesen dreißig Minuten vielleicht etwas vorbereiten, nachdenken oder einfach eine Aufgabe abschließen musste, konnte ich nicht als Argument bringen.
00:03:37: Konzentrierte Arbeit war eben unsichtbar!
00:03:41: Ein Meeting hingegen, das stand im Kalender andere Menschen mit Namen daran teil.
00:03:46: es gab eine Einladung einer Agenda und meistens auch ein Protokoll.
00:03:50: Dadurch wirkte der Termin natürlich automatisch wichtig.
00:03:57: Meine eigentliche Arbeit hatte natürlich nicht diese Bühne, sie bestand oft allein auf Zahlen zu schauen Widersprüche zu erkennen und eine sinnvolle Erklärung zu finden.
00:04:10: Von außen sah das vermutlich aus als würde ich einfach nur von meinem Bildschirm hocken.
00:04:18: Dabei war das ja genau der Teil meiner Arbeit der den Unterschied machen müsste.
00:04:26: Ich glaube, das ist auch einer der Gründe warum ein voller Kalender lange als Status-Symbol funktioniert hat.
00:04:34: Man konnte sofort sehen dass jemand viel zu tun hatte.
00:04:38: Ob die vielen Termine tatsächlich zu besseren Ergebnissen führten war deutlich schwerer zu beurteilen.
00:04:45: ich war aber damals überzeugt dass es irgendwie dazu gehört zu einer verantwortungsvollen Position zu einer Karriere und vielleicht eben zum Erwachsensein unter Anfangsstricken.
00:05:02: Wer viel Verantwortung hat, ist ständig beschäftigt.
00:05:07: Mit fünfzig sehe ich das vielleicht leicht anders Vielleicht auch weil ich inzwischen weiß was diese Arbeit auf dieser Art zu arbeiten kostet.
00:05:19: Ich meine damit gar nicht die ganze Stunde die offiziell im Kalender standen sondern der eigentlicher.
00:05:25: Der eigentliche Preis waren die Abente, die Konzentration dieses ständige Gefühl hinterherzulaufen.
00:05:34: Tagsüber reagierte ich auf alles was auf mich kam.
00:05:37: abends erlebigte Ich die Arbeit die ich selbst geplant hatte Die sogenannte To-Do Liste und weil der Kalender am nächsten Morgen wieder voll war begann das Ganze von vorne.
00:05:50: Das war über längere Zeit sehr anstrengend.
00:05:55: dabei würde ich mich selbst gar nicht als besonders fleißigen Menschen beschreiben.
00:06:00: Ich bin eher ein gemütlicher Typ, ich suche gerne den Weg der mit möglichst wenig unnötigem Aufwand zum Ziel
00:06:07: führt.".
00:06:09: Das war schon immer so – auch wenn das jetzt im Berufsleben vielleicht nicht besonders ärgerlich klingt!
00:06:16: Aber das hat mir faul halt nichts zu tun.
00:06:20: Ich habe einfach keine Freude daran, Dinge komplizierter zu machen, als sie sein müssen….
00:06:27: Trotzdem habe ich viele Jahre in einem System gearbeitet, in dem Aufwand mit Leistung verwechselt wurde.
00:06:35: Wenn jemand lange im Büro war musste er viel leisten!
00:06:39: Wenn jemand ständig in Terminenshaus musste sie ja sehr gefragt sein und wenn ein Tag entspannt aussah kam schnell der Verdacht auf dass da noch Kapazität vorhanden sein könnte.
00:06:53: dass jemand in vier konzentrierten Stunden mehr erreichen kann als in zehn unterbrochenen, passte eben nur schwer in dieses Bild.
00:07:03: Als ich mich selbstständig gemacht habe dachte ich zunächst das Problem hab' ich jetzt nicht mehr hat sich erledigt.
00:07:12: Ich konnte ja meinen Kalender selbst gestalten.
00:07:15: Theoretisch, theoretisch hat mir niemand Termine reingesetzt.
00:07:21: Niemand blut mich kurzfristig in eine Besprechung ein.
00:07:24: Niemand erwartete, dass ich anwesend war nur irgendwo auf einem Tisch noch ein Plätzchen frei war.
00:07:31: Dann stellte ich aber fest zu meiner Überraschung das man sich einen vollen Kalender auch ganz allein bauen kann.
00:07:40: Kontamine, Content, Newsletter, Podcasts, Social Media, whatever Buchhaltungen, Netzwerken, You name it!
00:07:47: Es gibt so viele Aufgaben die in einer Selbstständigkeit auf dich zukommen.
00:07:52: Es gibt immer was zu tun und weil es für das eigene Business ist, dann ist es ja wichtig.
00:07:59: Noch wichtiger!
00:08:01: Man kann einen ganzen Tag arbeiten und am Abend feststellen dass man hauptsächlich Dinge organisiert beantwortet und verschoben hat.
00:08:09: im Grunde kein Unterschied zum angestellten Leben aber da gibt's wohl sehr wohl ein Unterschied und zwar darin dass sich inzwischen schneller bemerke, dass ich genau in diese Falle reingetappt bin.
00:08:25: Ich merke früher wenn ich einen Tag mit Aufgaben fülle die zwar erledigt werden können aber im Moment wenig verändern!
00:08:37: Ich merken auch wenn ich etwas mache weil es wirklich sinnvoll ist oder weil ich mich dann einfach nur beschäftigt fühle.
00:08:47: Ich glaube dieses Gefühl von Beschäftigtein gibt so schon eine Art.
00:08:52: Es wirkt zu beruhigend.
00:08:54: Solange ich etwas tue, muss ich mich nicht fragen ob es gerade das Richtige ist?
00:08:59: Ich bin schließlich fleißig!
00:09:02: Ich arbeite an meinem Business und irgendwas davon wird schon nützlich sein.
00:09:07: Nur dieses Prinzip funktioniert schwer für das eigene Unternehmen.
00:09:15: Zeit ist schließlich auch eine Ressource.
00:09:19: Die wichtigste, sogar für eine solle Selbstständige.
00:09:23: Jede Stunde die ich für eine Aufgabe verwende steht an anderer Stelle nicht mehr zur Verfügung.
00:09:30: Das klingt ziemlich offensichtlich.
00:09:32: Im Alltag vergesse ich es trotzdem regelmäßig.
00:09:36: Bei Geld überlege ich häufiger ob ich es für etwas ausgehen möchte.
00:09:43: bei meiner Zeit war ich lange sehr großzügig Eine Stunde hier, zwei Stunden dort.
00:09:48: Ein Termin der vielleicht interessant sein könnte eine Aufgabe die ich vorsichtshalber mal erledige etwas das eigentlich niemand dringend braucht dass aber schon länger auf meiner Liste steht so nice to have.
00:10:02: Am Ende ist der Tag voll und die wichtigen Dinge warten weiter.
00:10:09: Früher war eben ein voller Kalender für mich ein Zeichen dafür dass sich gebraucht werde.
00:10:15: Heute frage ich mich eher, ob ich meine Zeit so eingesetzt habe wie ich es eigentlich wollte.
00:10:23: Das gelingt mir natürlich nicht jeden Tag und es gibt weiterhin Wochen Tage, Wochen, Monate keine Ahnung in denen ich mich verzettle.
00:10:31: Es gibt Aufgaben die länger dauernd als geplant und Terminen bei denen ich hinterherfrage.
00:10:38: warum hab ich überhaupt zugesagt?
00:10:42: Ich kann nicht behaupten, dass ich jetzt mit fünfzig zu einer perfekt organisierten Person geworden bin.
00:10:50: Ich erkenne vielleicht nur schneller wenn mein Kalender anfängt meinen Tag zu bestimmen und ich nehme einen freien Nachmittag mich heute anders war.
00:11:02: vielleicht früher hätte ich gedacht das sich doch noch irgendwas hineinpacken könnte.
00:11:08: inzwischen denke ich ich brauche vielleicht einfach nur Pause Weil Pause genauso zur Arbeit gehört wie ein Kundentermin.
00:11:21: Ein voller Kalender sagt deswegen noch nicht, ob jemand gut arbeitet.
00:11:26: Viele Arbeitsstunden sagen mir jetzt wenig darüber, ob sich ein Business in die richtige Richtung entwickelt und ein entspannter Tag bedeutet nicht automatisch dass zu wenig oder ineffiziell gearbeitet wird.
00:11:42: Das ist wahrscheinlich einer der Erkenntnisse, für die ich ziemlich viele volle Kalender gebraucht habe.
00:11:52: Und alle meine Fünfzig-Erkenntnisse teile ich im August eben auf Instagram.
00:12:00: Auf Instagram Stories findest du jeden Tag eine davon und in Newsletter erzähle ich ausgewählte Geschichten so wie hier ein Podcast etwas ausführlicher.
00:12:10: Und Ende August fasse ich alle fünfzig Erkenntnisse, außer in meinem E-Book zusammen.
00:12:17: Wenn du es bekommen möchtest, komm gerne auf meinen Newsletter.
00:12:21: Den Link findest du in den Schonungs.
00:12:24: In der nächsten Folge geht es wieder um neue Erkenntnisse oder um meine Gedanken, um Business-, Berufsleben, Selbstständigkeit und Unternehmertum – alles was sich in den vergangenen Jahren so gelernt gelebt und erkannt habe.
00:12:42: Also, wir hören uns nächste Woche wieder!
00:12:44: Bis dahin, tschau-tschau.